Am 16.04.2011 ging es los: die Tram in Reims wurde offiziell eröffnet. Stadt, Region und das Konsortium MARS haben es geschafft, die Strecke zu planen, bauen und in Betrieb zu nehmen.
Triebwagen 102 hat, von Neufchatel kommend, die Stromsystemwechselstelle an der Haltestelle Boulingrin erreicht. Für die Weiterfahrt in die Innenstadt wird das Fahrzeug automatisch auf Unterleitung umgestellt. Es ist erkennbar, daß die Oberleitung endet.
Der öffentliche Nahverkehr wurde komplett überarbeitet und neu organisiert. Unter dem Markennamen CITURA fahren Tram und Stadtbusse durch die Metropole der Champagne. Fahrpläne und weitere Informationen des Transdev-Unternehmens sind unter www.citura.fr im Internet zu finden.
Wagen 101 hat auf seiner Fahrt zum TGV-Bahnhof gerade die Haltestelle Leon Blum verlassen und passiert nun die Einfahrt in den Betriebshof. Die Strecke zum TGV-Bahnhof ist eingleisig, aber bereits für den weiteren Ausbau vorbereitet. Das weiße Band linkerhand der Oberleitungsmasten ist die vorgehaltene Trasse.
Das Netz der Tram Reims besteht aus einer Nord-Süd-Strecke durch die Stadt Reims mit einem Abzweig. Die Gesamtstreckenlänge beträgt 11,2km: von Neufchatel im Norden über den Stadtbahnhof und die Innenstadt führt die Strecke bis zum Krankenhaus Hopital Debre im Süden. Kurz vor der Endstelle Hopital gibt es einen Abzweig zum Depot und zum TGV-Bahnhof Champagne-Ardennes, der am Stadtrand liegt.
Das Netz 2011 ist auch als .pdf-Datei zu erhalten.
Die Hauptlinie mit der Bezeichnung A wird zwischen Neufchatel und Hopital fahren. Ergänzt wird sie um eine Linie B zwischen Stadtbahnhof und TGV-Bahnhof.
Nördlich der Innenstadt auf der Avenue de Laon ist der Gleiskörper einbetoniert, um ein Überfahren im Notfall zu ermöglichen.
Auch in Reims gibt es nicht nur das System LAC (ligne aerienne de contact; Oberleitung), zwischen den Haltestellen Boulingrin und Comedie auf gut 2 km Strecke durch die Innenstadt wurde das System APS (alimentation par le sol; Stromschiene zwischen den Schienen) realisiert.
Alstom lieferte für die Tram Reims insgesamt 18 Fahrzeuge vom Typ CITADIS 302, einem fünfteiligen, 32,4m langen Zug. Wie in Frankreich üblich werden die Fahrzeuge ein besonderes Design bekommen, um die Identifizierung mit dem System zu erleichtern. Die Kopfform der Fahrzeuge gleicht einem Champangerkelch, die Fahrzeuge wurden in acht unterschiedlichen metallischen Farben lackiert, ferner zwei in silbergrau.
Im Norden der Stadt im Boulevard Dr Albert Schweitzer konnte kein eigener Gleiskörper angelegt werden, die Tram teilt sich mit dem nicht sehr starken Individualverkehr den Raum. In der Straße liegt mit der Haltestelle De Fermat die - von Endstellen abgesehen - einzige Haltestelle mit Mittelbahnsteig.
Betriebsprogramme gibt es für montags bis freitags, samstags und sonn- und feiertags in den Fahrplanzeiten Ganzjahr, Sommerferien und Vor- bzw. Nachferienperiode.
In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.
Im Süden der Stadt dominiert der begrünte Gleiskörper, hier Triebwagen 102 nahe der Haltestelle Arago.
In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.
Nicht überall war für die Tram-Trasse genügend Platz. Zwischen den (einmal) modernen Bauten konnte die Straße Platz finden, aber nicht zusätzlich die Tram. Nun ragt auf beiden Seiten ein Gebäudeteil über die Fahrbahn. Trotz Warnbeschilderung ist es offenbar schon zu Unfällen mit höheren Fahrzeugen gekommen.