Die Straßenbahn in Kassel (Stadt) wird von der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) betrieben. Ganz korrekt ist diese Feststellung nicht, denn zum Stadtnetz Kassel - in Abgrenzung zur RegioTram - gehört ein Abschnitt der heute zur Hessischen Landesbahn (HLB) gehörenden Kassel-Naumburger-Eisenbahn (KNE) in Baunatal, heute befahren von den Linien 5 und 7, sowie die Lossetalbahn nach Hessisch-Lichtenau, die von der Linie 4 befahren wird. Für beide Strecken wurde die Regionalbahn Kassel (RBK) gegründet, an der KVG und HLB gleichermaßen beteiligt sind.
Zwei Genrationen Niederflurfahrzeuge begegnen sich in der Unteren Königsstraße: Triebwagen 469 fährt auf der Linie 5 nach Baunatal, Wagen 631 auf der Linie 4 nach Hessisch-Lichtenau.
Zudem ist das Angebot der Verkehrsbetriebe Bestandteil des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV).
Alle Beteiligten verfügen über einen eigenen Internet-Auftritt. Für Fahrplaninformationen wird auf das Angebot des NVV verwiesen. Die Internetadressen: www.kvg.de, www.regionalbahn-kassel.de und www.nvv.de.
Historischer Triebwagen 144 am Stern. Der Wagen wurde 1909 von van der Zypen & Charlier in Köln-Deutz gebaut und befindet sich im Zustand der 1930er Jahre.
Das Liniennetz besteht aus 7 Durchmesserlinien mit den Nummern 1 bis 8 ohne die Linie 2. Alle Linien mit Ausnahme der Linie 7 im Tagesverkehr bedienen die zentrale Netzachse vom Rathaus über den Königsplatz bis zum Stern, die Linie 7 fährt über Scheidemann- und Lutherplatz. Auf manchen Linienästen überlagern sich zwei Linien, so daß es eine Taktverdichtung gibt.
Im Spätverkehr wird die City-Randstrecke über den Lutherplatz nur noch von den RegioTrams auf dem Weg von und zum Kasseler Hauptbahnhof bedient, die Linie 7 wird auf dem Nordast mit der Linie 5 verknüpft, der Westast gar nicht bedient. Ebenso wird die Linie 6 nicht bedient.
Für die Fahrzeuge gibt es zwei Betriebshöfe, einer in Wilhelmshöhe an der Haltestelle Hessischer Rundfunk und einer im Osten an der Sandershäuser Straße.
Am Lutherplatz fährt Wagen 474 auf der Linie 7 gerade in Richtung Wilhelmshöhe. Gut erkennbar die heruntergezogenen Fenster im Niederflurmittelteil. Der breite rote Zierstreifen am unteren Fahrzeugrand deutet auf den Eigentümer HLB hin, die Fahrzeuge der KVG sind dort grau.
Eine Besonderheit bildet die Zweigstrecke von der Endstelle Mattenberg zum VW-Werk in Baunatal. Diese wird nur noch sporadisch bedient, insbesondere, wenn die Kapazität der Endstelle Mattenberg nicht ausreicht.
Im Linienverkehr Kassels sind vier Typen Fahrzeuge anzutreffen.
Bombardier-Triebwagen 631, ein Zweirichtungsfahrzeug der Regionalbahn Kassel, hat gerade den Königsplatz verlassen und ist auf dem Weg nach Hessisch-Lichtenau.
Die ältesten sind 22, in zwei Serien 1981 und 1986 beschaffte Hochflurfahrzeuge vom DÜWAG-Typ N8. Mindestens die erste Serie von 16 Zügen steht in den nächsten Jahren zum Ersatz an.
25 dreiteilige sechsachsige Einrichtungs-Niederflurfahrzeuge (an den Fahrzeugenden Hochflurteile) aus den Jahren 1990 bis 1994, ebenfalls von der DÜWAG, läuteten das moderne Zeitalter in Kassel ein. Zwei Fahrzeuge gehören der KNE, jetzt HLB.
In den Jahren 1999 bis 2003 wurden bei Bombardier dreiteilige achtachsige Fahrzeuge in zwei Ausführungen beschafft: 22 als Einrichtungsvariante, von denen 10 der RBK gehören, sowie 10 Zweirichtungsfahrzeuge, von denen 5 der RBK zugeordnet sind.
Verkehrsachse Wilhelmshöher Allee. Triebwagen 412, ein N8, ist auf der Linie 1E im mittäglichen Schülerverkehr nach Wilhelmshöhe unterwegs. Im Hintergrund der Herkules, Wahrzeichen der Stadt. Weitere Fahrzeuge der Tram sind im Mittelstreifen der Straße erkennbar.
Alle Fahrzeugtypen werden von beiden Betriebshöfen aus eingesetzt, zudem gibt es einen regen Austausch der Fahrzeuge zwischen den Betriebshöfen.
Kurse der Linie 6 und der Linie 4, die in Oberkaufungen enden, benötigen Zweirichtungsfahrzeuge. Auf der Linie 4 jenseits von Kaufungen-Papierfabrik verkehren nur die von Bombardier gelieferten Fahrzeuge.
Die N8-Stadtbahnwagen kommen auf den Linien 6 und 7 sowie auf zahlreichen HVZ-Kursen der Linien 1 und 5 während der Schulzeit zum Einsatz.
Einige Fahrzeuge trugen Ganzreklame und wurden auch nach deren Löschung nicht wieder in ihr Standardäußeres umlackiert. Hier treffen wir Wagen 402 am Rathaus.
Die Fahrzeuge werden fast ausschließlich solo eingesetzt. Nur zwei morgentliche Einsetzwagen werden in einer ganz besonderen Form der Doppeltraktion gefahren.
Tram und RegioTram treffen sich am Königsplatz, damit treffen sich ganz unterschiedliche Fahrzeuge: ein alter Hochflurwagen (420) und ein CITADIS Dualis mit Dieselaggregat (751).
Betriebsprogramme gibt es für werktags montags bis freitags, werktags samstags und für sonn- und feiertags. Für die Schulferien gibt es besondere Pläne montags bis freitags, zusätzlich entfallen im Sommer die Nachmittags-E-Wagen auf der Linie 5 und es gibt sonntags zusätzliche E-Wagen auf den Linien 1 und 3.
Übergänge von einer Linie zur anderen gibt es eine ganze Menge, dazu werden u.a. auch zusätzliche Fahrten zwischen den Endstellen Mattenberg und Brückenhof gefahren.
In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.
In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.
Eine Streckenverlängerung steht unmittelbar bevor: am 22.Oktober 2011 wird die Linie 1 über ihre bisherige Endhaltestelle Holländische Straße um 8 Haltestellen in die Nachbarstadt Vellmar verlängert und dort am nördlichen Stadtrand enden.
Sehr elegant wirkt der Bombardier-Triebwagen ohne Türen und ohne Werbung, hier Wagen 605 am Rathaus.
Auch diese Strecke wird eine Besonderheit aufweisen: unmittelbar vor der derzeitigen Endschleife wechselt die Bahn in den Linksverkehr, fährt also auf dem "falschen" Gleis, um mehrere Mittelbahnsteige mit Einrichtungsfahrzeugen bedienen zu können.
In der Hauptverkehrszeit soll alle 7,5 Minuten eine Bahn fahren, es bleibt abzuwarten, ob die Linie 1 im Takt verdichtet, die Linie 5 ebenfalls verlängert oder eine andere Linie geschaffen wird.