Die Nürnberger Straßenbahn besteht seit dem 11.12.2011 aus nur noch 5 Linien und wird von ver Nürnberger Verkehrs AG betrieben. Mit der Verlängerung der U-Bahnlinie 3 zum Friedrich-Ebert-Platz wurde der Nordast der Linie 9 durch das Maxfeld nach Thon aufgegeben und die übrigen Linien neu geordnet. Damit entfiel die Linie 7.
Der Verkehr ist in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg eingebunden. Beide Institutionen verfügen über einen eigenen Internetauftritt, die unter www.vag.de oder unter www.vgn.de zu erreichen sind.
Ein älterer, dreiteiliger und sechsachsiger Niederflurtriebwagen, Wagen 1008, in der Schleife Worzeldorfer Straße (Danke, H.L.!).
Es ist wohl dem bayerischen politischen Proporz der 1960er und 1970er Jahre zu verdanken, daß Nürnberg, obwohl von der Größe eher mit Bremen und Hannover vergleichbar, wie München eine Voll-U-Bahn erhielt mit drei Linien U1 bis U3.
Dementsprechend nimmt die Tram eher tangientiale Verbindungsfunktionen und Zubringeraufgaben mit den Linien 4 bis 9 (ohne 7) wahr, ähnlich dem Konzept, wie es auch in Lyon verfolgt wird.
Die Kernstadt ist nach dem U-Bahn-Bau tramfrei, die Innenstadt wird an den Haltestellen Plärrer und Hauptbahnhof berührt.
An der Endstelle Dokumentationszentrum gibt es keine Wendeschleife. Dort gehen die Züge der Linie 6 auf die Linie 9 über und umgekehrt.
Mittlerweile Historie: Einer der letzten Stadtbahnwagen Typ N8, Wagen 370, auf einem Schüler-Kurs bei der Einfahrt in die Wendeschleife Thon.
Die Nürnberger Tramfahrzeuge sind im wesentlichen den Münchner Straßenbahnen vergleichbar: dreiteilige und vierteilige Niederflurfahrzeuge von Adtranz (oder Nachfolger) leisten die Hauptarbeit im Netz.
Dazu treten derzeit in der Beschaffung befindliche Variobahnen, gleich den Münchnern.
Ein neues Fahrzeug vom Typ Variobahn, Wagen 1203, am Rathenauplatz. Die fehlende Linien- und Zielbeschilderung ist nicht einem Defekt geschuldet, sondern der kurzen Aufnahmedauer und der Taktung der elektronischen Anzeige.
Reste der Vergangenheit in Form von DÜWAG-Stadtbahnwagen des Typs N8 sind mittlerweile nicht mehr im Einsatz, nachdem sie zuletzt noch zeitweise im Schul-E-Wagen-Einsatz waren.
Die verschiedenen Niederflurfahrzeuge werden in der Regel freizügig eingesetzt, dennoch sind Schwerpunkte erkennbar.
Ein vierteiliger und achtachsiger Niederflur-Triebwagen, Wagen 1123, hat gleich den Hauptbahnhof erreicht.
Die Variobahnen sind zur Zeit (März 2012) fast ausschließlich auf der Linie 4 zu finden, im Einzelfall auf den Linien 6 und 9, vielleicht Folge der Zulassungsschwierigkeiten der Verkehrsbetriebe und des Herstellers mit diesem Fahrzeugtyp bei den bayerischen Behörden? Sonntags konnte ich keinen Einsatz beobachten.
Vierteilige Fahrzeuge sind werktags eher auf den Linien 4, 6 und 9 und hälftig auf der Linie 5 sowie auf zwei Kursen der 8 zu finden, dreiteilige Fahrzeuge verkehren überwiegend auf der Linie 8, hälftig auf der Linie 5 und vereinzelt auf allen übrigen Linien. Samstags verirrt sich auch mal ein Dreiteiler auf die Linie 4; an Wochenenden ist die Linie 8 komplett in der Hand der dreiteiligen Fahrzeuge.
Betriebsprogramme gibt es für werktags montags bis freitags, samstags und für sonn- und feiertags. Auf der Linie 4 wird an Schultagen in der Hauptverkehrszeit der Takt auf 5 Minuten halbiert. In den Schulferien entfällt eine zusätzliche E-Wagen-Tour auf der Linie 8.
Im Linienverkehr in der Regel nicht mehr befahren: die Schleife Christuskirche. Während der Bauarbeiten 2010 am Aufseßplatz wird die Tram auf dem Weg von und zur Worzeldorfer Straße (Danke,H.L.!), hier Triebwagen 1009, durch die Schleife geführt, um die Haltestelle zu bedienen und den Umsteigeverkehr zum Schienenersatzverkehr zu gewährleisten.
In einer .pdf-Datei sind allgemeine Erläuterungen und das Abkürzungsverzeichnis für die Umlaufpläne enthalten.
In einer .zip-Datei sind alle vorhandenen Umlaufpläne und die Erläuterungs-Datei enthalten.
Auch Museumszüge sind im Fahrzeugbestand und werden für Sonderfahrten genutzt. Hier Wagen 867, Baujahr 1929, Wiederaufbau 1950, mit zugehörigem Beiwagen.
Schon oben habe ich einen Vergleich zu Lyon gezogen, eine weitere Parallele ist offensichtlich: die automatische führerlose U-Bahn. Als Pilotprojekt der im nahen Erlangen ansässigen Firma Siemens werden die Linien U2 und U3, die in der Innenstadt eine gemeinsame Strecke befahren, vollautomatisch betrieben.
Kein Fahrerstand mehr, da automatisch betrieben: Wagen 736 der U-Bahn auf der Linie U2, hier am Flughafen.